act 207 · gjöll · not to lead nor to follow · cd
tracklist:
1. a declaration
2. dream of plagues
3. a view from a social status
4. everyday's chanting
5. march of the mad poets
6. the drunk giant
packaging:
jewelcase + 8 page booklet including lyrics in icelandic and english language
"SINCE THEY WANT WAR THEY SHALL HAVE WAR" (gjöll)
on their second release, jóhann eiríksson and sigurður harðarson follow
the ideological path that they began with 'way through zero'. instead
of one conceptual work divided in parts, gjöll presents six tracks. the
lyrics printed in the cd booklet show this project's empathy for the
individual who is able to detach from political, religious or social
necessities. even without listening to gjöll's music you can already
feel the anger, the challenges of society's excrescences, and the
frustration about the way things are (and about the way things should
be).
as on the previous album, gjöll transcribe their musical statements
into a process in which the listener is forced to open up. pulsing
drones, mighty synth layers, heavy sequencer patterns and
disembowelling sub-basses combine with harðarson's ear-piercing vocals
and the result is an unforgettable listening experience. this project's
music is hard to compare, but both musicians are able to merge the
intensity of grindcore or doom metal with industrial's sonic variety.
an outstanding release and recommended to the open minded listener.
discography 06.2k7:
way through zero. cd. ant-zen act177. 2006
not to lead nor to follow. cd. ant-zen act207. 2007
reviews:
a review in russian language can be found on the machinist's website:
www.machinistmusic.net
vital weekly
two outer limit-albums from legendary german label ant-zen recordings. last year i had the honor of reviewing the debut album of icelandic project gjöll. it was an interesting conceptual album that described a man's mental balance or rather: the lack of it. now the two artists behind the project, jóhann eiriksson and sigurdur hardarson, have returned with their explorations into dark and disturbing sound expressions. musically gjöll crosses musical territories from early power electronics (whitehouse etc.) to post-industrial reminiscent of early godflesh and saw throat (formerly sore throat). characterizing the style of gjöll is the rather dreamy and hypnotizing effects of the drone productions. changing between expressive and harsh drones (though never in the full throttle noise-style) to more introvert and drowsy subtle buzz-drones. vocals on the album change between furious and whispering. too harsh to be termed ambient and too subtle to be termed noise, the style of gjöll lies somewhere in between. indescribable and quite unique second album from the icelandic extremists! (nm)
a review in russian language can be found on stigmata's website:
www.stigmata.name
der medienkonverter
gjölls debüt "way through zero" war ein aufruf, sein leben auf seine eigene art zu leben und sich nicht unterdrücken zu lassen. der titel des nun erschienenden nachfolgealbums impliziert genau das gleiche. "not to lead nor to follow" ist aber im gegensatz zum erstling keine geschichte über den weg aus der unterdrückung heraus, sondern ein hasserfüllter aufruf unterteilt in sechs songs gegen jegliche abhängigkeit, sei sie religiöser, sozialer oder politischer natur. so wie das thema, so ist auch die musik auf "not to lead nor to follow" ähnlich dem debüt. sigurður harðarson flüstert, spricht und vor allem schreit sich durch das album, das einem die haare zu berge stehen. die lyrics sind dabei mal in isländisch, mal in englisch gehalten. was wo gesprochen bzw. geschrien wird, erkennt man nicht immer auf anhieb. musikalisch lassen sich gjöll eigentlich nur mit sich selbst vergleichen. dafür hebt sich das duo jóhann eiríksson and sigurður harðarson zu sehr vom rest ab. natürlich werden auf dem neuen album auch wieder die ohren mit besonders hohen tönen gequält. "dream of plagues" ist insofern gefährlich, als dass der song sehr verhalten, mit einem dumpfen und schnellen pulsieren anfängt und sich dann langsam in seine zehn minuten spielzeit in tinitus regionen steigert. die offensichtliche aggressivität spricht auf bekannte art und weise aus gjölls zweitwerk. wie ein metallenes gewitter drohender krach, starkstrombrummen, ambienteske drones, tiefe bässe, allerhand geräusche, klicken oder das gefühl, als ob eine kreissäge sich durch blech frisst, gjöll schaffen es immer wieder, angst, beklemmung oder eben aggression hervorzurufen. im gegensatz zu "way through zero" erfahren die songs mehr veränderungen und wandeln sich im laufe ihrer spielzeit. gjöll haben wieder etwas unvergleichliches auf die beine gestellt, das nicht nur in ihrer heimat island einzigartig sein dürfte. faszinierend!
terrorverlag
nach björk und sigur rós ist das industrialprojekt gjöll ein weiterer beleg dafür, dass aus island musik kommt, die fern aller trends ihre spezielle nische findet. passend dazu haben gjöll ihre cd "not to lead nor to follow" betitelt. nicht führen, nicht folgen, einfach den eigenen weg gehen. genau dies tun sie auf sechs tracks. düstere töne, vermischt mit einem wahnsinnigen geschrei strömen aus meinen boxen und verwandeln meine wohnung in einen unheilvollen ort. ein wenig erinnert mich das ganze an alte blackhouse-scheiben. trotz dieses vergleiches wahrt "ntlntf" seine eigenständigkeit, gleich die beiden ersten tracks bestechen durch eine angsteinflössende atmosphäre, während das folgende "a view from a social status" nur durch leise beats und nicht einzuordnende geräusche charakterisiert werden kann. um ein bild zu wählen: man kann sich bei diesem track lebhaft vorstellen, wie man von allen verlassen durch die isländische einsamkeit irrt. über 13 minuten lang, verlangt dieser track einem alles ab. "march of the mad poets" wirkt brachialer, baut zusätzlich noch voicesamples mit ein. auch einen pädagogischen effekt hat diese scheibe, wer möchte, kann ein wenig isländisch lernen, da die songtexte auch in der heimatsprache von gjöll aufgeführt sind. wer sich beim genuss einer cd mal wieder richtig fürchten möchte, ist mit "not to lead nor to follow" bestens aufgehoben.
octopus
les ressources de l'islande sont infinies. en matière de musique, comme de géologie, il s'agit d'une terre de contrastes... gjöll en est donc le digne représentant. il apporte au power noise sa langue, au sens littéral du terme puisqu'il s'agit de l'islandais. résolument anarchistes, la colère anime tous les textes présents sur cet album. mais contrairement au premier opus, way through zero, not to lead nor to follow n'a pas été conçu comme un manifeste monolithique. il s'agit de six morceaux composés indépendamment qui traduisent l'errance individuelle à travers les méandres des sociétés contemporaines. la ligne musicale est évidemment industrielle, faite de sons saturés et lancinants, proche de haus arafna. le chant rappelle brighter death now mais qui aurait perdu son caractère décalé et loufoque. car au centre de cet album, c'est l'isolement révolté qui s'exprime. la cohérence réside dans cette volonté furieuse d'interpeler chaque individu à s'affranchir de son conditionnement politique, religieux ou social. un modèle du genre!
black issue 47
als hätte man den gesamten skandinavischen dark ambient und harsh noise der 80er und 90er in eine platte gekippt, exerzieren die zwei isländer unter dem namen gjöll auf ihrem zweiten album weiterhin die bekannten elemente: drones, schreien, fiepige frequenzen, rostiges flüstern und puckerndes elektronikgebrutzel. nach fast 30 jahren industrialgeschichte hat sich der wütendes-gebrüll-über-sequenzer-metall-krach vielleicht doch ein wenig abgenutzt. könnt ja sein. für mich ein jahrzehnt zu spät rausgekommen. damals wären sie ganz grossartig gewesen. (till)
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