act 299 · control · transgression · cd

tracklist:
01 anoxia
02 society's decline
03 cruel intent
04 constructive destruction
05 arise lies
06 transgression
07 mechanical suffocation
08 the new death

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release date: 18.09.2013

'transgression' represents control's second appearance on ant-zen after the highly regarded 'the resistance' release in 2012. on this album thomas garrison remains loyal to his significant, unique approach of power electronics and death industrial, ready and willing to penetrate the open listener's mind and body.

the eight album tracks convey drastic, mesmeric atmospheres carried by the perfect balance between harsh sonic outbursts and accentuated subbass pulses. sharp noise layers are accompanied by seething dark ambiance, subliminal rhythms and the distinctive, arcane vocals control is well-known for.

while listening to 'transgression' you will find yourself captured inside an inescapable web of varied moods and feelings which can only be intensified by the experience of a control live performance. do not miss!

also available:
ikon124 control. transgression. t-shirt
black t-shirt with frontprint in charcoal grey & white.
sizes: S, M, L, XL, one-sized girlie-shirt

discography (excerpt) 09.2k13:
transgression. cd. ant-zen act299. 2013
the resistance. cd. ant-zen act270. 2012
deadly sins. cd. malignant records tumorcd48. 2010
world of lies. cd / lp. freak animal records freak-cd-036 / frek-lp-022. 2006
this means to an end. cd. eibon records con055. 2005
the cleansing. cd. pacrec / troniks pacrec103 / tro-113. 2004
natural selection. cd. eibon records con044. 2003
algolagnia. cd. freak animal records freak-cd-010. 2002
praying to bleed. 7". l.s.d. organisation lsdo-s024. 2000
control. cd. black plagve infest03. 1999

control full discography:
www.discogs.com/artist/control+%283%29

control official webpages:
www.crionicmind.org/misanthrope
www.myspace.com/controlexsanguinate

reviews:

a review in russian language can be found on the machinist's webpage:
www.machinistmusic.net

alternativmusik.de
gerade vor mal einem jahr präsentierte thomas garrison sein voriges album the resistance und schon erscheint mit transgression sein neues werk, mit dem er es schafft, den hörer sowohl geistig als auch körperlich zu fordern. schon im ersten lied anoxia bleibt einem die luft weg und assoziationen werden wach: menschenleere gänge, stahltüren, aus denen es keinen ausgang gibt, während drones und metalgetrommel sich bedrohlich aufbauen, dann aber plötzlich verschwinden, nur um den hörer danach mit noch wüsteren klangbildern zu konfrontieren. society's decline hält sich wiederum im ambient-bereich auf, nur um dann immer mehr death industrial-einflüsse einfließen zu lassen und schließlich in einer power electronics-soundcollage zu enden, die den langsamen, fließenden, aber sicheren niedergang spürbar macht. und so geht es dann auch weiter: die meisten lieder beginnen harmlos und lullen den hörer so ein, dass man gar nicht merkt, wie man auf einmal in immer neue abgründe gezerrt wird. lediglich mechanical suffocation geht den direkten weg und konfrontiert einen mit bohrgeräuschen und rauschen. alles unbehaglich, was auf diesem album passiert. dies endet aber auch nicht bei der cd-gestaltung, in deren innenhülle man lesen kann: "to justify any crime, you have to make your victim your enemy". das sagt dann auch nochmal genug über die natur des menschen aus, wie der rest des albums eigentlich auch, bei dem der einzig ansatzweise hoffnungsvolle track auf den namen constructive destruction hört. nicht schön, aber vielleicht wirklich der einzige weg raus aus dem ganzen irrsinn, wenn man diesem album glauben will... (tristan osterfeld)

blackmagazin.de
thomas garrison alias control scheint nichts anbrennen zu lassen und so liegt nach "the resistance" nur ein jahr später schon das nachfolge-album "transgression" auf ant-zen vor. der bis zum hals tätowierte ami mit den massiv gedehnten ohrlöchern scheint damit eine menge aggression, wut und frust zu kanalisieren, denn anders ist sein harscher power noise-sound kaum zu erklären. auch diesmal stimmt dabei wieder die richtige mischung aus heavy electronics, death industrial und dark ambient, welche an den rändern besonders schroff und scharfkantig ausgefranst zu sein scheint. man wird förmlich von dem massiven sound wahlweise eng an die wand gedrückt oder völlig überwälzt, wenn man alle gebotene vorsicht beim hören außer acht lässt. die ungemein klare wie druckvolle produktion tut ihr übriges, um die insgesamt rund 55 minuten von "transgression" zu einer brutal-intensiven sache zu machen. folgerichtig heißt der letzte track "the new death" und dem ist dann wohl auch nichts mehr hinzuzufügen. (marco fiebag)

:ikonen:
transgression, jener von georges bataille in die philosophie eingeführte begriff beschreibt den temporalen übertritt einer grenze. das momentgebundene heraustreten aus einer ordnung, in einen bereich, der zuvor nicht sichtbar, nicht betretbar erschien. michel foucault hat batailles modell konzise als einen übergang beschrieben, der sich weniger auf den raum hinter der grenze, als vielmehr auf die grenze selbst bezieht: "die überschreitung ist eine geste, die es mit der grenze zu tun hat; an dieser schmalen linie leuchtet der blick ihres übergangs auf, aber vielleicht auch ihre ganze flugbahn und ihr ursprung." (foucault, s. 36). transgression, so lautet auch der titel des neuen albums von control alias thomas garrison. ein jahr nach seinem letzten, ebenfalls auf ant-zen veröffentlichten, longplayer "the resistance" strapaziert der aus santa cruz stammende power-electronics künstler damit erneut die trommelfelle seiner hörer. bereits in den titeln der stücke, "society's decline", "cruel intent", "constructive destruction" oder "mechanical suffocation" spiegelt sich der düster-dystopische grundton des albums wieder. die kompositionen variieren zwischen dynamischem, schnell pulsierendem dark-ambient und aggressiven power-electronics texturen. sägende krach-attacken überlagern sich dabei mit geschrienen vokal-einsätzen, die in akustisch schwer trennbaren arrangements gipfeln. dennoch verharrt "transgression" nicht beständig auf diesen noise-peaks und kehrt immer wieder zu ruhigeren momenten zurück. ganz im sinne batailles wird die grenze des akustisch erträglichen nicht dauerhaft oder um ihrer selbst willen durchbrochen, sondern eher beständig umspielt und nur in einzelnen phasen übertreten. auch garrisons "transgression" erweist sich dabei als eine geste, die es vor allem mit der grenze, deren verlagerung, auflösung aber auch betonung zu tun hat. dennoch ist "transgression" auf ganzer linie kompromisslos: die hochfrequenten ausbrüche, die definierten und hämmernden bässe sowie die zwischen textur und struktur hin und her schwankenden rhythmen beanspruchen die ganze aufmerksamkeit des hörers. immer an der grenze, und manchmal eben auch darüber hinaus, arbeitet sich garrison mit maschinellem puls durch das album, durchwegs mit klarer dramaturgie und anatomisch präziser ästhetik. das artwork, das eine klassizistische skulptur vor monochromem hintergrund zeigt, verleiht "transgression" dabei eine kühle eleganz und überzeichnet den akustischen exzess mit einem melancholischen schleier. power-electronics steht als genre allgemein nicht gerade in dem ruf sich durch besonders innovative veröffentlichungen auszuzeichnen und neigt gerne zur wiederholung bewährter - nicht selten funktionaler - muster. control bildet hierzu eine ausnahme: gegen die von testosteron überschäumende konkurrenz setzt er verzweiflung, gegen die hasserfüllten wutausbrüche stellt er die verletzlichkeit seiner klagenden schreie und verweist damit nicht zuletzt auch auf batailles vorstellung der philosophischen grenzüberschreitungen, als einer stets selbstreflexiven überwindung der grenzen des ichs. die akustische gewalt von "transgression" ist intro-, nicht extrovertiert ausgerichtet und hat ihre lautsprecher nicht ins publikum, sondern auf den künstler selbst fixiert. (patrick kilian)

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